
Veraltete oder ungeeignete Fehlerstromschutzschalter bleiben in Kellern häufig jahrelang unbemerkt. Eine unabhängige Elektrokontrolle schafft Klarheit und zeigt, ob die Installation den geltenden Sicherheitsanforderungen entspricht.

Elektrische Installationen in Kellern erhalten im Alltag meist wenig Aufmerksamkeit. Hauptverteilungen, Unterverteilungen, Waschküchen, Steckdosen für Kühlgeräte oder Anschlüsse für Haustechnik befinden sich oft hinter verschlossenen Türen. Verwaltungen, Eigentümerinnen und Eigentümer wissen deshalb nicht immer, welche Geräte eingebaut wurden, wann Änderungen stattgefunden haben und ob die Dokumentation vollständig ist.
Ein Mangel entsteht dabei selten plötzlich. Installationen werden erweitert, einzelne Bauteile ersetzt oder Nutzungen verändert. Was ursprünglich für einen bestimmten Stromkreis vorgesehen war, passt später möglicherweise nicht mehr zur angeschlossenen Anlage. Auch ein Fehlerstromschutzschalter, häufig FI-Schalter oder RCD genannt, kann veraltet, falsch ausgewählt, defekt oder für den betreffenden Einsatz ungeeignet sein.
Ein eingebauter Fehlerstromschutzschalter ist noch kein Beweis dafür, dass der Schutz korrekt funktioniert. Entscheidend sind unter anderem Bauart, Bemessungsfehlerstrom, Zuordnung, Auslöseverhalten und der Zustand der gesamten Installation.
Ob eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung den Anforderungen entspricht, lässt sich nicht allein anhand ihres Alters oder der Aufschrift beurteilen. Massgebend sind die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV), die zum Zeitpunkt der Erstellung anwendbaren Regeln sowie die aktuellen Sicherheitsanforderungen der Niederspannungs-Installationsnorm (NIN). Zusätzlich sind Herstellerangaben und die Art der angeschlossenen Verbraucher zu beachten.
Bei Kontrollen fallen beispielsweise ältere RCD des Typs AC auf. Sie reagieren nur auf sinusförmige Wechselfehlerströme. Viele moderne Geräte mit elektronischen Bauteilen können jedoch Fehlerströme mit anderen Signalformen erzeugen. Deshalb ist Typ AC für neue oder wesentlich geänderte Installationen nicht mehr die übliche beziehungsweise zulässige Lösung. Je nach Nutzung können RCD des Typs A, F oder B erforderlich sein.
Weitere mögliche Mängel sind:
Ein älterer Fehlerstromschutzschalter ist nicht automatisch mangelhaft. Bei bestehenden Installationen muss fachlich geprüft werden, welche Vorschriften gelten und ob weiterhin ein ausreichender Person-, Brand- und Sachschutz vorhanden ist.
| RCD-Typ | Typischer Schutzbereich | Hinweis |
|---|---|---|
| Typ AC | Sinusförmige Wechselströme | Für moderne Neuinstallationen in der Regel nicht geeignet beziehungsweise nicht mehr vorgesehen. |
| Typ A | Wechselströme und pulsierende Gleichfehlerströme | Häufige Standardlösung für viele übliche Stromkreise. |
| Typ F | Zusätzliche Mischfrequenzen | Kann bei bestimmten einphasigen Geräten mit Frequenzumrichter erforderlich sein. |
| Typ B | Auch glatte Gleichfehlerströme | Wird für bestimmte Anlagen, Umrichter oder Ladeeinrichtungen eingesetzt. |
Diese Übersicht ersetzt keine Beurteilung vor Ort. Welcher Typ erforderlich ist, hängt von der Installation und den Betriebsmitteln ab. Ein unnötig oder falsch gewählter RCD bietet nicht automatisch mehr Sicherheit.
Die NIV verpflichtet die Eigentümerschaft, elektrische Installationen in sicherem Zustand zu halten und vorgeschriebene Kontrollen fristgerecht durchführen zu lassen. Bei Mietliegenschaften organisiert in der Praxis häufig die Verwaltung die Kontrolle. Die rechtliche Verantwortung lässt sich jedoch nicht allein dadurch erfüllen, dass ein Verteiler abgeschlossen und im Alltag unauffällig ist.
Je nach Art und Nutzung einer Liegenschaft gelten unterschiedliche Kontrollperioden. Fordert die Netzbetreiberin eine periodische Kontrolle an, muss eine berechtigte und – wo vorgeschrieben – unabhängige Kontrollstelle beigezogen werden. Weitere Informationen finden Sie unter Elektrokontrollen.
Sorgt für den sicheren Zustand der Installation und veranlasst die erforderlichen Kontrollen.
Koordiniert Termine, Zugänge und vorhandene Unterlagen für die kontrollierten Räume.
Prüft unabhängig, dokumentiert Abweichungen und beurteilt die elektrische Sicherheit.
Eine seriöse Kontrolle beschränkt sich nicht auf einen Blick in den Verteiler. Die Fachperson beurteilt die Installation visuell, führt Messungen durch und überprüft die Schutzmassnahmen. Bei Fehlerstromschutzschaltern werden insbesondere Auslösestrom und Auslösezeit gemessen. Auch die korrekte Zuordnung zu den Stromkreisen und die Funktion der Schutzleiter sind relevant.
Typische Prüfschritte sind:
Die Prüftaste am RCD sollte nach den Angaben des Herstellers betätigt werden. Sie kontrolliert jedoch nur einen Teil der mechanischen Funktion und ersetzt keine normgerechte Messung durch eine Fachperson.
Wird ein unzulässiger oder nicht funktionierender Fehlerstromschutzschalter festgestellt, hält das Kontrollorgan den Mangel schriftlich fest. Die Behebung muss durch ein installationsberechtigtes Elektroinstallationsunternehmen erfolgen. Je nach Gefährdung kann eine rasche Korrektur erforderlich sein. Bei unmittelbarer Gefahr sind zusätzliche Sicherungsmassnahmen notwendig.
Nach der fachgerechten Mängelbehebung werden die erforderlichen Nachweise eingereicht beziehungsweise die betroffenen Punkte nachkontrolliert. Ist die Installation vorschriftsgemäss, kann der Sicherheitsnachweis ordnungsgemäss abgeschlossen werden. Der SiNa bestätigt den kontrollierten Zustand zum Prüfzeitpunkt; er ist kein Ersatz für den laufenden Unterhalt.
Eine vollständige Dokumentation erleichtert jede spätere Kontrolle. Schemata, frühere Sicherheitsnachweise, Mängelberichte und Unterlagen zu Umbauten sollten zentral aufbewahrt werden. Änderungen an Kellerabteilen, Waschküchen, Heizungsanlagen, Photovoltaiksystemen oder Ladeeinrichtungen gehören ebenfalls dokumentiert.
Vor einer Kontrolle ist es sinnvoll, den Zugang zu Haupt- und Unterverteilungen sicherzustellen. Auch abgeschlossene Technikräume und vermietete Kellerabteile müssen bei Bedarf zugänglich sein. Unklare Beschriftungen, wiederkehrende Auslösungen oder auffällige Erwärmungen sollten nicht bis zur nächsten periodischen Kontrolle ignoriert werden.
Arbeiten an Verteilungen und Fehlerstromschutzschaltern gehören ausschliesslich in die Hände berechtigter Elektrofachbetriebe. Eigenständiges Öffnen, Überbrücken oder Ersetzen kann lebensgefährlich sein und die Schutzwirkung der gesamten Anlage beeinträchtigen.
CH Electro GmbH kontrolliert elektrische Installationen unabhängig und nachvollziehbar in Zürich, Wollerau und der Umgebung. Wir prüfen nicht nur, ob ein Fehlerstromschutzschalter vorhanden ist, sondern ob die gesamte Schutzmassnahme funktioniert und den anwendbaren Anforderungen entspricht.
Gerade in älteren Kellern lohnt sich ein genauer Blick. Unbekannte Mängel verschwinden nicht von selbst. Eine fachgerechte Kontrolle schafft Transparenz, unterstützt Verwaltungen bei ihrer Verantwortung und schützt Menschen sowie Gebäude zuverlässig.
Wir prüfen Ihre Elektroinstallation unabhängig nach NIV/NIN und stellen Ihnen den Sicherheitsnachweis aus.